2007-03-14

Living Costs in Luxembourg City

Recently I was asked about the living costs in Luxembourg City. Well, I led a normal life here and enjoyed it as good as I could (just read the blog) - for the time of three full months.


So what did I pay?

I have just rushed through my bank statements and got some approximate figures in the following:

Food + Drinks - 300 Euros
Living goods - 100 Euros
Communication - 150 Euros
Tickets (public transport) - 120 Euros
Cash (going out, trips etc.) - 700 Euros
Rent for one room - 1 200 Euros

Total: 2 570 Euros

Average: ~ 850 Euros per month


Hope that helps you calculating your stay!

One advice in the end: Even if you are short of money, you actually should do the 'trip' or you will miss something in your life :)

2007-03-13

Poor Rich Luxembourg / Armes Reiches Luxemburg

In January I found a very interesting article in the German "Handelsblatt" on Luxembourg and the financial situation of its citizens.

In the following the German text (copied from comdirect.de):

Die Schuldnerberatungsstelle in Luxembourg-Bonneweg kann sich über mangelnde Arbeit nicht beklagen. Denn obwohl das Großherzogtum zu den reichsten Orten der Erde gehört, zählt es gleichzeitig immer mehr Arme.

LUXEMBURG. Es war einmal ein Ehepaar in Luxemburg, das schloss sich mit seinen Kindern eine Woche lang im Keller des Wohnhauses ein, um die Nachbarn glauben zu machen, sie seien in Urlaub gefahren. Dann erst wurden die Rollläden hochgezogen.

Christian Schumacher weiß nicht, ob die Geschichte wirklich wahr ist. Aber der Dienststellenleiter der Schuldnerberatungsstelle in Luxemburg-Bonneweg, nur ein paar Autominuten vom Bahnhof entfernt, hält sie für symptomatisch. "Selbst bei Kleinverdienern wird genau drauf geachtet, welche Automarke jemand fährt", weiß der 39-Jährige aus Erfahrung. Seit 1997 berät er Menschen mit Geldproblemen. Irgendwann hat er sich ein Plakat mit einem Zitat des US-Schauspielers Dany Kaye ins Büro gehängt: "Die meisten Menschen wären glücklich, wenn sie sich das Leben leisten könnten, das sie sich leisten." Der Konsumterror, sagt Schumacher, vergifte das Leben.

Sicher, wenn er auf internationale Konferenzen geht und erzählt, er komme aus Luxemburg, geht ein Raunen durch den Saal. Gibt es in einem Land mit nur 430 000 Einwohnern, die laut der letzten Imagebroschüre der Handelskammer Luxemburg statistisch gesehen mit einem Bruttoinlandsprodukt pro Kopf von 54 690 Dollar Weltspitze sind, tatsächlich Armut? Kann der zweitgrößte Fondsstandort der Welt, an dem noch dazu 155 Banken angesiedelt sind, Leuten nicht den Umgang mit Finanzen beibringen? Kann das einzige Großherzogtum der Welt, das zwischen vier und fünf Prozent Wirtschaftswachstum pro Jahr verzeichnet und dessen Arbeitslosenrate in gleicher Höhe geradezu mustergültig ist, ein Problem haben?

Luxemburg hat eines. Das gern als Luxusburg bestaunte Bankenparadies von der Größe des Saarlandes kennt nicht nur Millionäre, sondern auch Misere. Nach Angaben des nationalen statistischen Amts Statec waren 2004 rund elf Prozent der Bevölkerung dem Armutsrisiko ausgesetzt. Das sind 47 000 Menschen. Vor allem Alleinerziehende und kinderreiche Familien sind betroffen. "Seither hat sich die Lage eher verschlechtert", verrät Erny Gillen. Der Vorsitzende des Luxemburger Caritas-Verbandes ist überzeugt, dass die Armut steigt. "Die Armut ist da, aber man sieht sie erst auf den zweiten Blick", steht im Jahresbericht der Caritas.

Arm sind statistisch gesehen diejenigen, die weniger als 60 Prozent des verfügbaren mittleren Einkommens eines Erwachsenen verdienen. In Luxemburg belief sich dieses Jahreseinkommen für Alleinstehende auf 16 431 Euro und für ein Paar mit zwei Kindern auf 34 316 Euro. Ab da wird Luxusburg zu Lumpenburg. Wäre die generöse staatliche Umverteilung nicht, dann sähe es noch schlechter aus, mutmaßt der Statec-Bericht.

In der ehemaligen Eisenerzstadt Esch-sur-Alzette im Süden des Landes steht ein älterer Gebrauchtwagenverkäufer vor seiner Ware. "Die Volvo-Käufer", erzählt Michael Seiler, "waren früher ganz feine Herrschaften". Heute käme ein bis zweimal die Woche ein Abschleppwagen mit einem neuen Volvo am Haken, dessen Besitzer die Rate nicht mehr tilgen könne. "Das hätte es früher nicht gegeben", murmelt der Mann. "Das ist verrückt."

Die Gründe für die Armut im Land sind gar nicht so verschieden von denen, die auch für zehn Prozent arme Bundesbürger zutreffen: Scheidung, Jobverlust oder Krankheit. Dann geht es abwärts. Bei mehr als 11 000 Menschen in Luxemburg wurde binnen Jahresfrist das Gehalt gepfändet; immerhin 46 000 erhielten eine Zahlungsaufforderung vom Gericht. Nur knapp 700 jedoch kamen 2005 zur Schuldnerberatung, die staatlich koordiniert ist. Dabei bietet Berater Schumacher mit zwei Mitarbeitern seine Dienste gratis an.

"Niemand redet gern über seine Schulden", ist Schumacher überzeugt. Deswegen trägt er auch keine Krawatte und keinen Anzug, jede bankähnliche Atmosphäre soll vermieden werden.

Wer zu ihm kommt, hat handfeste Probleme. Bei 30 000 Euro liegt die durchschnittliche Verschuldungshöhe. "Eine große Rolle spielen dabei die Immobilienpreise", betont Schumacher. Seine Kollegen halten auf internationalen Konferenzen die Luft an, wenn er sagt, der Mindestlohn in Luxemburg liege bei 1 600 Euro. "Aber wir haben ja auch Mieten von 1 000 Euro für eine mittlere Wohnung und 2 200 Euro für ein kleines Haus", stellt der Schuldenberater klar. "Danach bleibt nicht mehr viel." Schon jetzt bieten Luxemburger Banken Kredite mit Laufzeiten von bis zu 40 Jahren an, weil anders die Kosten von einer halben Million Euro für ein gediegenes Heim nicht mehr zu tilgen sind. Fast die Hälfte aller Armen gibt an, durch die Wohnkosten schwer belastet zu sein.

Zwei Drittel von Schumachers Klienten sind Kredittouristen. Da Luxemburg und Belgien lange vor dem Euro eine gemeinsame Währung hatten, haben sich entlang der luxemburgisch-belgischen Grenze rund um Arlon jede Menge halbseidener Kreditinstitute niedergelassen. Wöchentlich werben sie in den Anzeigenblättern "Lux-Post" und "Lux-Bazar". Bis zu 75 000 Euro sofort und bar bei Zinsen von bis zu 15,5 Prozent locken bunte Annoncen. Der Zins spiegelt das Risiko wider.

"Wer dahin geht, bekommt von seiner heimischen Bank schon keinen Kredit mehr. Und das meist aus gutem Grund", kommentiert der Schuldenberater. "Die Leute können einfach nicht mehr mit Geld umgehen." Wer heute im Supermarkt Auchan im Luxemburger Stadtteil Kirchberg einen Kredit von 1250 Euro für den Kauf eines Fernsehers in Anspruch nimmt, der kauft für tausend Euro den Fernseher. "Und weil noch Geld über ist, nehmen die Leute noch den DVD-Player für 250 Euro mit", berichtet der Schuldenberater. "Sie durchschauen nicht mal, dass der Sitz des Kreditgebers Belgien ist."

In den meisten Fällen stellt Schumacher einen Entschuldungsplan auf. Scheitert der Plan, bleibt nur noch der Gang zum Friedensgericht. Aber der Richter kann keine Schulden erlassen.

Dagegen geht von ihm eine andere Gefahr aus. Kommt der Gerichtsvollzieher, wird es teuer. Schumacher erinnert sich an einen Fall, in dem ein Klient seiner Krankenkasse 9,52 Euro Selbstbeteiligung schuldete. Nachdem der Gerichtsvollzieher dreimal vorbeigeschaut hatte, belief sich die Rechnung auf 952 Euro.

Für Schumacher wäre die ideale Lösung die private Insolvenz, wie sie in Deutschland und Frankreich möglich ist, nicht aber in Luxemburg.

Im kommenden Jahr soll es so weit sein. Momentan studiert Familienministerin Marie-Josée Jacobs das Dossier. "Das eigentlich perverse könnte sein, dass damit der Konsum noch zusätzlich angetrieben wird", kommentiert der Luxemburger. "Dem muss man durch geeignete Begleitmaßnahmen entgegenwirken."

Seine Dienststelle hat im Rahmen einer Präventiv-Kampagne Plakate an alle sozialen Einrichtungen und öffentlichen Stellen des Landes verschickt. "Konsumieren = Entscheiden" steht darauf.

Quelle: Handelsblatt.com


Facts that are not very public...